Thomas Daniel Schlee (*1957) Der Baum des Heils op. 33 (1993/94)

Oratorium in vier Teilen für Alt, Violine, Englischhorn, Claves, Chor und Orgel

Text von Reinhard Deutsch (Extraplatte)

Konzertmitschnitt vom 5. 2. 1995 in Graz/Mariahilf

Waltraud Hoffmann-Mucher Alt
Dejan Dacic Violine
Robert Finster Englischhorn, Claves
Herbert Bolterauer Orgel

Gesualdo da Venosa (um 1560 – 1613)
Ave dulcissima

Johann Josef Fux (1660 – 1741)
Ave Maria
Ave Regina

Adelheid Prückler, Sopran
Pierre Pitzl, Viola da Gamba
Hugh Sandilands, Theorbe,
Michael Kitzinger, Orgelpositiv

Das vierteilige Oratorium „Der Baum des Heils“ op. 33 von Thomas Daniel Schlee (geboren 1957) für Alt, Violine, Englischhorn, Claves, Chor und Orgel entstand 1993/94 als Auftragswerk für die „Abendmusiken“ an der Grazer Mariahilferkirche und wurde von der cappella nova graz uraufgeführt. Der Text von Reinhard Deutsch stellt vier Betrachtungen von Leid und Opfer dar. Der Komponist schreibt: „Vielerlei Situationen, Stimmungen, ja: Rollen sind dem Chor bei der Darstellung dieser berührenden Legende [vom Kreuzstamm Christi] anvertraut. Zu Beginn bricht gleichsam aus dem stummen Ton, in den die „Pietà“ [der erste Teil des Oratoriums] gemündet war, die Anrufung „O Kreuzstamm“ im Fortissimo hervor; sie wird rahmenartig den zweiten Satz auch beschließen.“

Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa (1560-1613) war ein begnadeter und allgemein anerkannter Madrigalist. Auch seine geistlichen Werke wie das „Ave dulcissima“ sind geprägt von „morbidezza“, von selbstquälender Leidenschaft und Bußfertigkeit bei höchst expressiver Harmonik.
Der unbestrittene Meister des österreichischen Barockzeitalters ist der steirische Komponist Johann Joseph Fux (1660-1741), der bis zum Hofkapellmeister in Wien aufgestiegen war. Sein „Ave Maria“ ist eine ruhige, ebenmäßig dahinfließende Vertonung des „englischen Grußes“ im alten Stil, das „Ave Regina“ für Solosopran ist durch seine verschieden gestalteten Abschnitte wesentlich abwechslungsreicher, zugleich ausdrucksstärker und virtuoser.

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